ZDF-Auslandsjournal - Wörter falsch betont und Sätze „gesungen"


Wie eine schlechte Moderation die Freude an einer Fernsehsendung nachhaltig vergällen kann

Daniel Baumbach, 02.10.2018


Quelle: ZDF Pressematerial, Rico Rossival


Früher war das „ZDF-Auslandsjournal“ eine Sendung, die ich sehr gern sah: interessante Reportagen und Beiträge aus aller Welt. Das war bis 2014, so lange, wie Theo Koll das Magazin moderierte. Seit dem nicht mehr. Nicht, dass ich die Sendung weniger interessant fände als früher, oder dass die Beiträge für mich an Relevanz verloren hätten. Nein, das ist es nicht. Es liegt an der Moderatorin Antje Pieper. Sie ist zwar nett anzusehen und durchaus sympathisch. Doch die 48jährige kann sicherlich vieles, aber leider nicht moderieren! Und das regt mich bei jeder Sendung so auf, dass ich keine Lust mehr habe auf das „ZDF-Auslandsjournal“.

Dabei geht es gar nicht um den Inhalt, nicht um das, was Antje Pieper sagt. Das steht auf einem anderen Blatt. Es geht einzig und allein um ihre Satzmelodie und Betonung. Denn die Moderatorin „singt“ jeden einzelnen Satz gleich. Fast klingt sie wie eine Schülerin, die ein ungeliebtes Gedicht herunterleiert. Jeder Satz tönt genauso wie der andere. Und in jedem Satz betont sie das letzte Wort. Fachleute nennen das „Satzendbetonung“. Das mag in zwei von zehn Sätzen die richtige Betonung sein, in acht Sätzen von zehn Sätzen ist sie schlichtweg falsch.

Antje Pieper sagt zum Beispiel:

„Es gibt einen Politiker, der Hoffnung macht.“

Ihr Betonung liegt auf „macht“. Das ist das letzte Wort im Satz. Dabei müsste sie „Hoffnung“ betonen. Das wäre eine Moderation, die den Sinn der Aussage hervorhebt. Denn das Besondere des Satzes ist ja die scheinbar außergewöhnliche Kombination aus „Politiker“ und „Hoffnung“, weshalb beide Worte in diesem Satz betont werden sollten. Antje Pieper erkennt diesen Zusammenhang nicht - oder sie kann ihn einfach nicht sprechen.

Auch schafft es Antje Pieper nicht, am Ende eines Sinnzusammenhangs - meist ist es ein Hauptsatz oder der Halbsatz vor und nach dem Komma - konsequent mit der Stimme nach unten zu gehen. Sie bleibt häufig mit der Stimme oben. Das klingt unnatürlich. In einem Gespräch gehen wir am Satzende nämlich ganz automatisch mit der Stimme nach unten. Normale Zuschauer können diese Fehler in der Satzmelodie sicherlich nicht benennen, aber sie bemerken beim Schauen der Sendung, dass es irgendwie komisch klingt. Mich als Profi, der auch vor Kamera und Mikro steht, stört das massiv. Deshalb schalte ich ja nicht mehr ein.

Schon oft habe ich mich gefragt: Hört denn beim ZDF keiner, dass Antje Pieper wie eine Anfängerin klingt? Viele andere ZDF-Moderatoren können es doch entscheidend besser. Auch wollte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Zuschauerbrief schreiben und fragen, ob es bei der öffentlich-rechtlichen Anstalt keinen Moderationstrainer gibt? Dann habe ich mich aber für diesen Blog entschieden. So kann ich diese Kritik gleich mit den Angeboten unserer BMTD-Trainer verlinken. Hoffentlich liest das jemand beim ZDF und handelt!

https://www.bmtd.de/moderationstraining

Der BMTD ist unabhängig, überparteilich und ausschließlich der professionellen Kommunikation verpflichtet. Die Auswahl der Interviewpartner und ihrer Zitate sowie die entsprechenden Bewertungen erfolgen ausschließlich nach den BMTD-Empfehlungen für einen erfolgreichen Auftritt und sind deswegen kein Ausdruck einer politischen Richtung.

Autor

BMTD

Daniel Baumbach

Kontakt: medienspezialist.com

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