BMW, die Verträglichkeit von E10 und schwer verträgliche Kommunikation
Dr. Katrin Prüfig, 10.03.2011
Rund 42,3 Millionen Pkw gibt es derzeit in Deutschland. Und glaubt man einer Äußerung aus dem Hause BMW, dann stehen sie bald alle mit Motorschaden in der Werkstatt. Denn, so die Befürchtung von Thomas Brüner, Leiter der Mechanikentwicklung beim Münchner Autobauer: der neue Treibstoff Super E10 schade allen Motoren stärker als bisher bekannt. In der Folge müssten häufiger als bisher Ölwechsel durchgeführt werden.
E10 schädlich für alle? Also auch für alle BMWs? Peinlich, peinlich. Waren die Bayern doch an der technischen Erprobung und Bewertung des neuen Benzins beteiligt.
Und so lernt die verwirrte Autofahrer-Öffentlichkeit einen weiteren Herren von BMW kennen: Klaus Draeger, Entwicklungsvorstand der BMW-Group. Der deutet um. „Die Aussagen von Herrn Brüner (…) bezogen sich ausdrücklich nicht auf Länder mit Kraftstoffqualitäten wie die in der EU verwendeten, sondern auf Länder mit deutlich minderwertigen Kraftstoff-Qualitäten.“ Doch warum sollte ein deutscher Autofahrer nach Kasachstan zum Tanken fahren? Ein wenig glaubhaftes Ablenkungsmanöver.
Ein weiterer BMW-Mitarbeiter assistiert: Bernhard Ederer aus der Pressestelle. Zu E10 gebe es „keinerlei negatives Feedback von Kunden, die Probleme etwa aufgrund von E10 Verwendung bekommen hätten. Wir sehen uns deshalb in unserer generellen Zustimmung zu E10 bestätigt.“
Und die Autofahrer? Sie sehen sich darin bestätigt, dass man um den neuen Kraftstoff besser einen großen Bogen macht.
Was bleibt von diesem schwer verträglichen Kommunikations-Chaos bei BMW? Mindestens mal das dumpfe Bauchgefühl, dass Vorsicht geboten ist mit dem mutmaßlichen Motorfresser E10. Übrigens: Auf der Homepage der BMW-Group dazu – kein Wort! Vielleicht besser so.

