Fußball-Frauen-Sprech - nicht besser als die Männer...

Dr. Katrin Prüfig, 27.06.2011

War es die Erleichterung nach einem mittelprächtigen Spiel vor überaus prächtiger Kulisse im Berliner Olympia-Stadion? Oder können sie es nicht besser? Jedenfalls gaben die Damen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sprachlich genauso wirre Interviews wie ihre männlichen Kollegen.

Drei Beispiele:

1. Spielerin Melanie Behringer zur Stimmung vor mehr als 70tausend Zuschauern: "Da kriegt man schon einen Gänseschauer!" Man ahnt, was sie hat sagen wollen. Aber in dieser Variante ist es eher schaurig. Selbst im besten Fall, also bei noch mehr "Gänseschauern" und einem gewonnenen Finale der deutschen Frauen, wird es "Gänseschauer" nicht in den Duden schaffen. Und auch nicht Wort des Jahres 2011 werden.

2. Trainerin Silvia Neid nach dem 2:1-Sieg über Kanada: "Ich bin froh mit dem Ergebnis." MIT dem Ergebnis? Froh? Ach Herrje. Das ist ja fast so, als hätte sie "die Ball" gesagt. Das gehört doch zu den Basics: froh ÜBER, zufrieden MIT. In anderen Fällen auch mal traurig ÜBER. Nur für die Fälle, in denen die Deutschen wider Erwarten nicht als Sieger vom Platz gehen...

3. Stürmerin Celia Okoyino da Mbabi nach einem schnellen Angriff und ihrem Tor zum 2:1: "Auf einen solchen Ball wartet man als Spielerin oft. Dann kam er, war nicht abseits - und dann bin ich nur noch Augen zu und durch!" Wie jetzt? Augen zu? Na ja, getroffen hat sie ja. Aber die Frage darf erlaubt sein, wie hoch der Sieg ausgefallen wäre, hätten alle mit offenen Augen gespielt!?

Wir wollen das hier nicht künstlich "hochsterilisieren" (Bruno Labbadia): Aber richtiges Deutsch sollte vor Mikrofon und Kamera unbedingt dazugehören. Schade. Denn in Interviews könnten unsere Kickerinnen beweisen, dass sie es nichr nur in den Beinen haben. Sondern auch im Kopf.


Die Autorin

BMTD
Dr. Katrin Prüfig

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