Medientraining?!?


Ums Medientraining ranken sich viele Gerüchte. Dieses zum Beispiel: Über Jahrzehnte war es eine geheime und geheimnisumwitterte Angelegenheit. Gurus, meistens selbst ernannte, unterwiesen Manager und Mieslinge - für astronomisch hohe Honorare. Das Ziel: Ein ramponiertes Image sollte mit auswendig gelernten Floskeln und inszenierten Auftritten aufgehübscht werden.

Ob an diesen zweifelhaften Geschichten etwas dran ist oder nicht: Diese Geschichten sind Geschichte, denn heutiges, modernes Medientraining ist ein lehr- und lernbares Tool in der und für die öffentliche Kommunikation.


"Ich kam, sah, und siegte." Ob dieser Satz von Julius Caesar selbst oder von einem seiner Berater stammt, ist nicht bekannt. Aber dass der römische Feldherr vor allem mit diesem Satz unsterblich geworden ist, ist ein Beispiel für erfolgreiche Kommunikation - und eben vielleicht auch für gutes "Medientraining". Der Satz macht das Grundprinzip erfolgreicher öffentlicher Kommunikation deutlich: kurz, eindeutig, bildhaft, merkbar. Eine Weisheit, die nicht nur Caesar, sondern zum Beispiel auch Luther wusste ("Tritt fest auf, mach´s Maul, hör bald auf!") und auch all die anderen Autoren der vielen Zitate, die es für die gute Rede gibt. 

Das Erstaunliche: Alle diese Weisheiten gelten heute, in unserer Medienwelt, mehr denn je. Und Medientraining, die strukturierte Vorbereitung auf einen öffentlichen Auftritt, wird immer wichtiger.

Entstanden ist der Beruf Mitte der 50er Jahre in den USA, als das Fernsehen dort immer populärer wurde. Und Unternehmen - genauer, deren Chefs - wollten in den Fernsehinterviews natürlich möglichst „gut rüberkommen“. Dazu ließen sie sich von so genannten spin doctors beraten; Menschen, die ein bisschen an der Wahrheit „drehten“.

Das sicher bekannteste Beispiel für den Einsatz und die Wirkung dieser spin doctors ist der Präsidentschafts-Wahlkampf zwischen Nixon und Kennedy im Jahre 1960. Damals kamen die Fernsehsender auf die Idee, die Kandidaten vor laufenden Kameras zu interviewen. Und natürlich ließen sich sowohl Nixon als auch Kennedy vor diesen „Great Debates“ bis ins kleinste Detail von eben solchen spin doctors beraten.

Mit diesen spin doctors haben Medientrainer heute nichts gemeinsam. Wer glaubt, eine akkurate Formulierung und das Weglassen von Informationen könne zu einer guten Botschaft führen, der hat die heutige Medienwelt noch nicht verstanden.

Medientraining bedeutet, sich auf ein Gespräch mit Journalisten vorzubereiten. Zum einen geht es dabei um Inhalte, also: Was will der Journalist wissen, und was will ich, der Interview-Partner, darauf antworten. Zum anderen vermitteln Medientrainer ihren Kunden, mit welchen Erwartungen Journalisten an ihre Interviewpartner herantreten; unter welchen Bedingungen ein Interview geführt wird, welche Erwartungen Leser, Hörer und Zuschauer an ein Interview oder an einzelnes Statement haben.


Nie waren die Chancen gerade für kleine und mittelständische Unternehmen so gut, in Zeitungen, Radio, Online und im Fernsehen Gehör zu finden. Die Marktwirtschaft hat viele spannende Geschichten zu erzählen, viele „Köpfe“, die sie prägen. Zugleich gilt: Nie war das Risiko größer, sich bis auf die Knochen zu blamieren. Denn per Internet kann jeder Fauxpas, jeder Versprecher, in wenigen Minuten einen „shitstorm“ auslösen.

Trotzdem lohnt es sich, auch über die Medien zu kommunizieren – mit der richtigen Vorbereitung. Ein Medientraining zeigt u.a. auf, was die Journalisten erwarten. Warum sie fragen, wie sie fragen. Wo die Fettnäpfchen sind – und andererseits die Möglichkeiten, das Interview selbst mitzugestalten. Ein Medientraining setzt die Teilnehmer den kritischen Fragen aus, bevor es wirklich kritisch wird.

Warum es sich lohnt, diese Kommunikationschance zu ergreifen? Weil die Unternehmen gleich mehrfach profitieren! Durch gute Kommunikation über die Medien, werden sie attraktiver für Kunden, Partner und mögliche Investoren. Nur wer sich zeigt, bleibt präsent! Deshalb sind Medienkontakte wichtig für die Imagepflege. Das wiederum macht es leichter, gute Fach- und Führungskräfte zu bekommen. Umgekehrt gilt: Die Redaktionen suchen immer interessante Themen. Die können unternehmensnah sein wie z.B. originelle Produkte, neue Trends, neue Wege der Mitarbeiterrekrutierung, gute Bewertung als Arbeitgeber. Aber auch: Positionen zu aktuellen Debatten, wie Frauenquote, Steuerpläne, Folgekosten von Gesetzen.


Gute Frage! Und eine Frage, die – auch wenn wir da sonst sehr streng sind – nicht in 30 Sekunden zu beantworten ist. Genauso wie man die Frage „Was kostet eine Hose?“ nicht ohne weiteres beantworten kann. Dazu braucht man ein paar mehr Informationen: Aus welchem Stoff soll die Hose sein? Kurz oder lang? Dick gefüttert oder dünn? Maßanfertigung oder von der Stange?

Da ein gutes Medientraining immer Maßarbeit für den Kunden ist, gibt es mehrere Faktoren, die bei der Kalkulation eine Rolle spielen.
Hier zwei Beispiele, die die mögliche Bandbreite aufzeigen: Denkbar ist z.B. ein Einzeltraining in zwei Sprachen mit Kamerateam, EB-Technik, Studio, Seminarraum und zusätzlichem Interviewer/Native Speaker. Andererseits bieten BMTD-Trainer auch anspruchsvolle Gruppenworkshops mit 4-6 Teilnehmern in den Konferenzräumen des Kunden an, so dass z.B. für Studio und Räume sowie für ein Kamerateam nicht unbedingt Kosten anfallen.

Bei einer Gruppe ab ca. vier Teilnehmern hat sich jedoch der Einsatz eines Interviewers bewährt. Erstens um parallel arbeiten und aufzeichnen zu können – und so die Wartezeiten für die Teilnehmer zu verkürzen. Und zweitens um unterschiedliche Fragestile und – techniken kennen zu lernen.

Ein hochwertiges Medientraining legt immer einen Schwerpunkt auf praktische Übungen, Interviews oder Streitgespräche. Das gilt es bei der Gruppengröße zu bedenken. Bei Angeboten mit 10, 15 oder gar 20 Trainingsteilnehmern wird es nur wenig praktische Übungsmöglichkeiten für den Einzelnen geben. Hier wird das Medientraining eher zu einem Medienvortrag.

Zurück zu den Kosten: Team, Studio, Räume – all das variiert stark je nach Region und Angebotssituation. Beim Trainer-Honorar dagegen legt sich der BMTD fest: Für ein hochwertiges Training sollte der Tagessatz nicht unter 1500 Euro liegen. Dies ist der absolute Mindesthonorarsatz für ein Einzeltraining und beinhaltet ausdrücklich NICHT die Vorbereitung, die Technik, den Raum oder Reisekosten. Je nach Aufwand und Gruppengröße kann der Tagessatz auch bei 3000 Euro und mehr liegen.

Und noch ein Wort zur Maßarbeit: Da ein gutes Training auf Sie, Ihr Unternehmen und damit auch Ihre Themen zugeschnitten ist, bereiten wir uns auf eben diese Themen umfangreich vor. Manche Gruppe mit z.B. 6 Teilnehmern erfordert es, dass sich der Trainer in sechs verschiedene Unternehmen, Themenwelten und Lebenswelten einarbeitet. Das nimmt viele Stunden in Anspruch, und deshalb berechnen viele Trainer dafür sog. Vorbereitungshonorare.

Also, der Preis für ein Medientraining hängt auch von der Gruppengröße und Themenvielfalt ab. Ein Einzeltraining mit einem engen Themenspektrum benötigt sicher weniger Aufwand in der inhaltlichen Vorbereitung als ein Training mit einer Gruppe von Teilnehmern, die alle zu verschiedenen Themen befragt werden.

Je klarer Sie für sich die Rahmenbedingungen und Anforderungen an ein Medientraining schon durchdacht haben, desto mehr Anhaltspunkte hat der Trainer für sein maßgeschneidertes Angebot!