Pyramidales Präsentieren


Im Geschäftsleben fehlt es meist an Zeit. Ein Meeting jagt das andere. Auf die erste Präsentation folgen die zweite, die dritte, die vierte... Auf deren Grundlage muss ein Geschäftsführer oder Vorstand fast im Akkord entscheiden, welche Projekte angegangen oder verworfen, welche Investitionen getätigt oder vermieden werden. Und eigentlich sitzt der Unternehmenschef bei jeder dieser Entscheidungen schon wieder auf dem Sprung in die nächste Sitzung... Wie sollten Mitarbeiter unter diesen Umständen präsentieren? Ganz einfach: Sie sollten die Aufmerksamkeit ihres Chefs nicht überstrapazieren. Heißt: Ihre Präsentationen sollten effektiv gestaltet, auf den Punkt gebracht sein und alles Nebensächliche vermeiden. Und vor allem sollten die Präsentationen so kurz wie möglich gehalten werden. Denn die Zeit des Chefs verstreicht...

Klassische Präsentation frisst Zeit

Klassisches Präsentieren
Mit einem klassischen Präsentationsaufbau ist der Kampf gegen die Uhr nur schwer zu gewinnen. Denn in dieser Art der Präsentation ist der Prozess wichtiger als das Ergebnis. Alle Zahlen-Daten-Fakten werden haarklein erläutert, die dann zu bestimmten Argumenten führen und in Beispielen anschaulich gemacht werden, um schlussendlich zu den Kernaussagen zu kommen. In einem wissenschaftlichen Vortrag macht das Sinn. Da muss der Weg zur Erkenntnis wissenschaftlich nachvollziehbar sein. In einer Geschäftspräsentation ist es eher kontraproduktiv.

Pyramidal Präsentieren kommt auf den Punkt

Pyramidales Präsentieren Deshalb hat bereits in den 70er Jahren die McKinsay-Mitarbeiterin Barbara Minto das Pyramidale Prinzip erfunden. Das Kommunikationskonzept kann für jegliche Art der Kommunikation genutzt werden. Es stellt das klassisch-wissenschaftliche Trichtermodell im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf, in dem es mit der Kernaussage beginnt und diese dann mit Details untermauert. Damit wird das Ergebnis in den Vordergrund gestellt, nicht mehr der Prozess, der zu diesem Ergebnis geführt hat.

Chefs werden es danken

Für den Unternehmenschef heißt Pyramidales Präsentieren: Er bekommt die wichtigste Information, die er für seine Entscheidung braucht, zuerst. Wenn ihm diese plausibel erscheinen und ausreichen, kann er jederzeit aus der Präsentation aussteigen. Eine 30-minütige Präsentation verkürzt sich so unter Umständen auf wenige Minuten. Falls dem Chef die Kernaussage nicht ausreicht, dann kann er sich Beispiele, Argumente und schlussendlich auch die Zahlen-Daten-Fakten zum Thema nachliefern lassen. Der Mitarbeiter sollte auf jeden Fall darauf vorbereitet sein, dass Chef nach den Grundlagen seiner Kernaussage fragt.

Wer wendet es an?

Das Pyramidale Präsentieren wird in vielen großen Unternehmen angewandt. Insbesondere Beratungsunternehmen nutzen das Prinzip, um Kunden ihre Ergebnisse zu präsentieren. Es ist ein fester Bestandteil des Instrumentenkastens der Branche. "To make ist Minto" ist nach der Erfinderin Barbara Minto als Redewendung in Unternehmenskulturen eingegangen.

Autor

BMTD

Daniel Baumbach

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