Spaß in der Krise?
Tom Buschardt, 14.12.2010
Zitat aus SPIEGEL 24/2010:„Es macht sehr viel Spaß, in diesen turbulenten Zeiten dieses Kreditinstitut zu führen.“Josef Ackermann zu den Spekulationen, er könne vorzeitig aus seinem Vertrag aussteigen:
Mit dieser Äußerung meint Ackermann das Positive, schafft aber die gegenteilige Wirkung. Er unterstreicht dadurch einmal mehr Beratungsresistenz für positive PR. Es geht hier nicht um Spaß, sondern um eine „interessante Herausforderung“ , „gesellschaftliche Verantwortung“ und „finanzpolitische Kompetenz“. Schön, wenn er Spaß daran hat – aber hier wären selbst die simpelsten Textbausteine aus dem PR-Werkzeugkasten besser gewesen. Nehmen wir einmal an, ein deutscher Verteidigungsminister wird mit Blick auf den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan und seine Verantwortung angesprochen und er antwortet: „Es macht mir sehr viel Spaß, in diesen turbulenten Zeiten dieses Ministerium zu führen.“ – Er wäre nach drei Tagen weg vom Fenster. Und genau daran erkennt man die Instinktlosigkeit Ackermanns: 5 Millionen Arbeitslose und der arbeitende Rest fürchtet sich davor, mittel- oder kurzfristig dazu zu gehören. Da braucht es Vertrauen in die Entscheider. Nicht das Wissen um deren Spaß an kniffligen Aufgaben.

