Warum Medientraining?

Ganz einfach: Menschen werden nur interviewt, wenn sie Spezialisten sind. Für irgendein Problem, auf irgendeinem Gebiet. Und die Journalisten stellen diesen Experten im Interview, meistens ziemlich zu Beginn, eine Frage, die für alle Spezialisten so auf Anhieb fast unmöglich zu beantworten ist: Was machen Sie eigentlich? Oder noch besser: Können Sie mal ganz kurz erklären, was Sie eigentlich so machen? Bei dieser Frage kommt jeder Spezialist ins Schwitzen. Denn ein Spezialist befasst sich seit Jahren mit seinem Thema, kann ganze Bücher darüber schreiben – und jetzt kommt einer und fragt ganz banal: Was machen Sie eigentlich? Was soll ich darauf antworten? Es gibt Hunderte von möglichen Antworten und Erklärungen. Welche bringe ich, welche ist die wichtigste, welche die verständlichste? Wenn diese Denkphase erst während des Interviews einsetzt, dann wird es sowohl für den Journalisten als auch für den Interviewpartner ein langweiliges und gleichzeitig anstrengendes Interview.

Medientraining wird immer wichtiger

Journalisten haben immer weniger Zeit. Früher konnte man als Journalist dem Interviewpartner noch Tipps geben, konnte Fragen wiederholen, geduldig sein. Heute erwarten Journalisten, dass Interviewpartner möglichst schnell möglichst gute Antworten und Zitate liefern: kurz, verständlich, spannend und überzeugend.

Es gibt immer mehr Medien. Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender. Und natürlich das Internet. Die Chance für Experten, für Unternehmen, für Organisationen in die Medien zu kommen, ist heute ungleich größer als früher.

Die Medien machen immer häufiger Themen an Personen fest; sowohl Zeitung, Radio als auch Fernsehen wollen Protagonisten, Experten, Beteiligte. Und die sollen dann natürlich auch zu Wort kommen.