Über den Chef einer „langweiligen Ampel“, der am 22. März zur Wiederwahl antritt.
Dr. Katrin Prüfig, 09.03.2026
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Vorweg: mit wem haben wir es hier zu tun?
Alexander Schweitzer, 52, Jahre alt. Oasis-Fan. Führerschein auf Anhieb geschafft. Humor in homöopathischer Dosis. Noch nie eine Rede mit Chat GPT geschrieben. Körpergröße 2,06 Meter. Okay, das letzte erfahre ich nicht aus der Sendung, sondern von Google. Denn in der Sendung sieht er kleiner aus.
Die Sendung: „Politik Backstage“ vom SWR. 20 Minuten auf Technik-Kisten sitzend mit zwei Interviewern. Mal schnelle Ja-Nein-Fragen, mal tiefergehende Interview-Passagen.
Im Grunde sieht der amtierende Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz (SPD) nirgendwo wie ein Zwei-Meter-Null-Sechs-Mann aus. Und das ist als Kompliment gemeint. Weder beugt er sich vor, um kleiner zu wirken, noch schaut er von oben herab auf sein Gegenüber. Er sitzt ideal auf den Studio-Kisten. Das muss man erstmal schaffen. Guter Blickkontakt – buchstäblich auf Augenhöhe.
Schweitzer freut sich, dass er bereits seit 10 Jahren Teil einer „langweiligen Ampelkoalition“ im Land ist. Langweilig ist für ihn gleichbedeutend mit sachorientiert, ergebnisorientiert, kein lauter Streit über die Medien, sondern Auseinandersetzung innerhalb der Dreier-Konstellation. Ein Satz, der zumindest leise nachhallt: „Ich baue an Lösungen auf Grundlage von Kompromissen.“ Das klingt vernünftig, geerdet, unaufgeregt.
Und so wirkt er auch über die gesamten 20 Minuten hinweg, durch alle Themen hindurch, der „Titelverteidiger“ bei der kommenden Landtagswahl. Empathisch, nahbar, freundlich. Auf jede Frage eine Antwort, die den Ball eher flach hält, als zu kämpferisch zu klingen.
Unter dem Aspekt wertschätzender Kommunikation hat er 9,5 von 10 Punkten. Eine Attacke auf das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium erklärt die fehlenden 0,5 Punkte. Wobei er auch da eher in der Sache Widerstand leistet und nicht etwa die Ministerin schlecht macht.
Ob das politisch reicht, wird an der Wahlurne entschieden. Kommunikativ hätte es gern etwas mehr sein dürfen. Drei Punkte, die Schweitzer besser machen kann:
Weiterer Optimierungsbedarf: Auf LinkedIn hat Schweitzer zwar einen eigenen Account. Er bespielt ihn jedoch nahezu nur mit Reposts anderer. Etwas mehr Mut und mehr Sendungsbewusstsein würden ihm guttun.
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